. 24.-25.05.2016 .

Kleine Bodenkunde

Jetzt kennen wir den Boden hier: Ganz charakteristisch hat die oberste, fruchtbare Humusschicht von etwa 20cm eine locker-fluffige, torfartige Konsistenz und eine dunkelbraune Färbung. Darunter eine Schicht eher lockere Erde, durchsetzt mit grossen Felsbrocken (die Steine werden über Jahrhunderte immer weiter nach oben transportiert). Dann folgt Ton, gräulich, plastisch, weich in nassem Zustand, pickelhart in trockenem. Lässt praktisch kein Wasser durchsickern. Die Tonschicht kann sehr, sehr tief reichen, wir haben kein Ende finden können.

Odin beginnt seine Arbeit am Bagger damit, einige der grossen Felsen aus der oberen Schicht an eine bessere Position zu kullern.

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Wie tief denn nun?

Wir hoffen immer noch, zumindest stellenweise auf Felsen zu stossen. Denn unser Plan sieht vor, das Fundament des Hauses im Felsen zu verankern: Löcher in den Felsen bohren, Armierungseisen mit Injektionsmörtel in die Löcher setzen, die Eisenstangen im Fundament einbetonieren. Wo wir aber nicht auf Felsen stossen, da werden wir bis unter Frosttiefe graben müssen.

Bagger bereit
Bagger bereit

Frosttiefe: Bei langen Kälteperioden gefriert der Boden. Das im Boden enthaltene Wasser nimmt dabei an Volumen zu, was bei Bauwerken zu Hebungen und massiven Bauschäden führen kann. Bei Bauten, die nicht auf Festgestein gegründet werden können, sollte deshalb das Fundament bis unterhalb der maximal erwartbaren Frosttiefe reichen.


 

 

 

 

Nach kurzer Internetrecherche finde ich heraus, dass die maximale Frosttiefe in der Gegend bei knapp 100cm liegt. Negativ wirkt sich in unserem Fall der bindige Tonboden aus, der sich bei Frost besonders ungünstig verhält. Ausserdem liegt der Bauplatz an einer Hanglage, was die Gefahr von Erdrutschen erhöht. Positiv schlägt zu Buche, dass der Platz von Bäumen umstanden ist – Wald verringert die Frosttiefe deutlich. Ausserdem sollen Schaumstoffdämmplatten im Boden die Frosteindringtiefe verringern.

Also: Genügend tief, genügend sicher, aber nicht zu tief und aufwändig … 100cm Baugrubentiefe sollen es sein.

U-Graben und noch einige Löcher

Der spätere Holzbau soll auf einer geschlossenen Sockelmauer zu sitzen kommen, ausser zum Meer hin, wo anstelle des Sockels eine Holzterrasse ausgebildet wird. Daraus ergibt sich für die Baugrube eine U-Form. Der Graben muss genügend breit sein, um darin arbeiten zu können. Auf den Grund der Boden wird eine Schicht Kiessandgemisch gefüllt und verdichtet, um auf einer sauberen, verfestigten Schicht aufbauen zu können.

Zusätzlich zum Sockelring wird die Last von einzelnen Mauerpfeilern auf Punktfundmenten abgetragen. Für diese gräbt Odin Löcher, die weniger tief sein müssen, weil sie unter dem Haus vor Frost besser geschützt sind. Unter anderen Umständen wäre womöglich eine durchgängige, grosse Baugrube sinnvoller gewesen. Hier auf der Insel aber muss später alles mit Händen, Schaufel und Schubkarre wieder aufgefüllt werden. Deshalb: möglichst wenig Erde verschieben. Und: grösseres Loch heisst mehr Baumaterial. Transporte per Proomu >> aber sind aufwändig und teuer.

Der Felsen hat sich nicht gezeigt. Umso tiefer klafft nach Abschluss der Grabarbeiten das Loch in der Erde. Jeder Bau beginnt mit einer Verwüstung. Jetzt kann der Aufbau beginnen.

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